Nur wenige Handwerkskünste schaffen es, gleichzeitig so technisch präzise, musikalisch und emotional zu sein wie der Orgelbau. Im Rahmen des Projekts Industriespionage Glarnerland durfte ich einen Blick hinter die Kulissen von Mathis Orgelbau AG werfen und genau das machte diesen Besuch so faszinierend.
Von aussen betrachtet ist einem natürlich bewusst, dass hinter einer Orgel enorm viel Arbeit steckt. Doch erst beim Rundgang durch die Werkstatt versteht man wirklich, wie komplex dieses Handwerk tatsächlich ist. Hunderte kleinster Teile werden noch heute von Hand gefertigt, angepasst und zusammengesetzt. Mit einer Präzision, Geduld und Ruhe, die man in der heutigen schnelllebigen Welt nur noch selten erlebt.
Besonders spannend war zu sehen, wie viele verschiedene Gewerke hier aufeinandertreffen. Holzarbeiten, Metallverarbeitung und feinste Lederarbeiten greifen ineinander und ergeben zusammen ein Instrument, das weit über reine Funktion hinausgeht. Genau diese Verbindung unterschiedlicher Handwerkskünste macht solche Orte für mich so inspirierend.
Während der Führung hatte ich die Möglichkeit, einige visuelle Eindrücke festzuhalten und die Atmosphäre der Werkstatt ein wenig einzufangen. Zwischen Werkbänken, Materialien, Werkzeugen und den unzähligen kleinen Arbeitsschritten entstanden Momentaufnahmen, die für mich den Charakter dieses Ortes besonders greifbar machen.
Gleichzeitig finde ich es unglaublich wertvoll, dass Projekte wie Industriespionage Glarnerland überhaupt ins Leben gerufen werden. Solche Angebote schaffen nicht nur neue Wertschätzung für regionale Betriebe und Handwerkskunst, sondern ermöglichen es auch, die eigene Region bewusster wahrzunehmen und eine tiefere Verbindung zur Heimat aufzubauen.
Ein grosses Dankeschön an Mathis Orgelbau AG für die ausführliche und spannende Führung sowie die offenen Einblicke in dieses beeindruckende Handwerk.
- Anuschka